Öko kills the world

November 2019. Meine erste Sitzung im NewMittelstand. Das wollte ich mir einmal anschauen. Hier treffen sich Unternehmer:innen, die den deutschen Mittelstand transformieren wollen. Es soll jünger und moderner werden; es geht darum, offen zu sein für Kooperationen, für die Digitalisierung und die Nachhaltigkeit. Ich war gespannt, wen ich hier treffe. 

Eine schöne Nebensache bei dieser Video-Konferenz war (und ist) das sogenannte Blinddate. Hier werden zwei Teilnehmer nach dem Zufalls-Prinzip zusammengewürfelt und können sich fünf Minuten austauschen. Ich traf auf Kerstin (Hochmüller). Danach musste ich mal eben meine Vorurteile über den spießigen, altbackenen deutschen Mittelstand über Bord werfen. Wir vereinbarten einen nächsten Video-Call, um über die Themen Positionierung und Nachhaltigkeit zu sprechen.

Die Marantec Group hat sich auf den Weg gemacht

Ein Unternehmen, das so viele tiefgreifende Transformationsprozesse anstößt, passt nicht mehr in seinen bisherigen „Anzug“. Die Marantec Company Group hatte sich auf den Weg gemacht, mehr zu sein als „nur“ ein Hersteller für Antriebsmotoren. So eine Veränderung muss sich eben auch in einer neuen Positionierung wiederfinden. Des Weiteren stellte und stellt sich mir bis heute immer wieder die Frage: Was nützen einem Unternehmen diverse Transformationsprozesse und ein neuer Anzug, wenn durch die Produktion der Klimawandel weiter angeheizt wird? 

Es folgten noch zwei weitere Gespräche zu diesen Themenbereichen, bis im Januar 2021 zwei Startschüsse für MODC fielen. Zum einen sollte eine neue Positionierung entwickelt werden – heute bekannt unter Marantec Group – Engineering of Things – A new way to get there #together. Zum anderen sollte die MODC InnovationPositive Methode in die Marantec Group integriert werden. Gestartet wurde mit einem Workshop für das Board, den ich „Öko kills the world“ nenne. Was bedeutet das? 

Öko kills the world — was bedeutet das?

Zwei Krisen dominieren seit einigen Jahren abwechselnd die Schlagzeilen. Natur- und Umweltkatastrophen einerseits. Die gefährdete Weltwirtschaft anderseits. Zur Lösung des ersten Problems wird uns auf allen Kanälen entgegengerufen: Wir sollen unsere Konsumgewohnheiten ändern, minimieren, sparen, verzichten, damit wir nicht in den nächsten 30 Jahren von einer riesigen Katastrophe hinweggespült werden.

Zur Lösung des zweiten Problems aber heißt es wieder fast unisono, wir sollen mehr konsumieren, mehr kaufen, auf keinen Fall sparen, denn es gilt ja, die Wirtschaft anzukurbeln. Also genau das Gegenteil von dem, was man uns aus Klimaschutzgründen rät.

Für die beiden großen Krisen unserer Zeit werden uns zwei Lösungen angeboten, die sich diametral widersprechen. Wie soll man sich also verhalten? Wie kann unter solchen Umständen ein Unternehmen sinnvoll die ökologische Nachhaltigkeit in seine Unternehmenskultur integrieren?

Diese Vortragsreihe hilft zunächst einmal die Geschichte der Nachhaltigkeit zu verstehen. Schließlich haben uns wir vor genau 50 Jahren führende Wissenschaftler gewarnt, was auf uns zukommt. Übrigens: alles, was sie damals vorausgesagt hatten, trat ein – nur eben noch schneller als von ihnen berechnet.

Der Vortrag hilft auch zu verstehen, was der Unterschied zwischen Klimaneutralität und klimapositiv bedeutet. Warum Öko-Effektivität besser ist als Effizienz. Aber am wichtigsten ist der Gedanke, dem Wort Nachhaltigkeit einen neuen Inhalt zu geben. Weg von Verzichten und Verboten, hin zu Innovationen, innovativen Produkten, die mit der Natur arbeiten. 

Warum öko-effektiv besser ist als öko-effizient

Damit wird in Öko kills the world der Unterschied zwischen öko-effizienten und öko-effektiven Produkten aufgezeigt und beweist am Ende, das Letztere nicht nur einen klimapositiven Beitrag leisten, sondern auch erfolgreiche Geschäftsmodelle werden können. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich in einem der nächsten Beiträge erkläre.

Mo Drescher entwickelte die InnovationPositive Methode. Er ist Gründer von MODC und berät zurzeit die Marantec Group als Projektleiter wie die ökologische Nachhaltigkeit sinnvoll in die Unternehmenskultur integriert werden kann.

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